Individuelle Integrationsbegleitung durch Patenschaften der bayerischen Jugendarbeit
Nach der Öffnung Osteuropas sind mehr als zwei Millionen Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen. Bayern hat in der Zeit über 275.000 aufgenommen. Bei der Verteilung wird berücksichtigt, dass die Zugewanderten dorthin gelangen, wo bereits Familienangehörige leben. So sind über den Freistaat Bayern verteilt in den einzelnen Bezirken Wohnschwerpunkte entstanden.
Fast 40 Prozent der nach Bayern insgesamt zugewanderten Aussiedler sind unter 25 Jahre alt, sie werden mittel- und langfristig die Situation in Städten und Gemeinden, Kindergärten und Schulen sowie in der Jugendarbeit beeinflussen. Deshalb verdienen sie besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Das Patenprojekt bietet den Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, sie mit Hilfe von Patinnen und Paten in Schule, Alltag und Beruf individuell zu unterstützen. Die Paten sollen ihnen helfen, in der Schule zurecht zu kommen und besondere Fähigkeiten zu fördern. Sie werden auf ihre Aufgabe gezielt vorbereitet und von Regionalkoordinatorinnen unterstützt. Damit wird den Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Gefühl geben, mit ihrer Situation und Problemen nicht allein gelassen zu werden, und das nicht nur in der Schule, sondern auch in Beruf in Freizeit.
Unter „Patenschaften“ wird eine mittel- oder längerfristige Unterstützung für Jugendliche und junge Erwachsene verstanden, aber auch eine kurzfristige Vermittlung, die weiterverfolgt wird, ggf. Veränderungen sowie neue Aktivitäten ermöglicht.
Unterstützt werden die Beteiligten von Regionalkoordinatorinnen, die teilweise an die Bezirksjugendringe oder Jugendbildungsstätten angebunden sind und die Aktivitäten des Projekts in den Bezirken des Freistaats betreuen und koordinieren. Das Projekt berücksichtigt Erfahrungen und Kompetenzen der Jugendarbeit bzw. anderer, orientiert sich an der Konstellation auf lokaler Ebene und bildet eine Ergänzung zu anderen Aktivitäten. Regelmäßige Treffen der Paten dienen dem Erfahrungsaustausch, stärken die Identifikation mit dem Projekt und begünstigen neben den Informationsveranstaltungen des Projekts die Etablierung neuer Patenschaften.
„Wohnschwerpunkte“ bedeuten gleichzeitig auch „Netzwerke“ von Zuwanderern. Zu diesen haben die Kreis- und Stadtjugendringe vor allem über Partner wie Jugendpfleger oder Streetworker Verbindung.
Es fällt immer wieder auf, dass jugendliche Zuwanderer/Aussiedler mit dem Bildungssystem oder dem Arbeitsmarkt und seine Rahmenbedingungen nicht auskennen. Dies gilt nicht selten auch für einheimische Jugendliche, aber bei den Zuwanderern bildet dies quasi eine zusätzliche Hürde. Mangelnde Sprachkenntnisse, die oft zu einem Rückzug auf die eigene, russischsprachige Welt, führen, kommen hinzu. Ein Aspekt wird dabei in der „einheimischen“ Öffentlichkeit oft vergessen: Jugendliche schämen sich teilweise, sich nicht auszukennen. Auch ihre Eltern sind unsicher und können den Kindern nicht immer helfen. Den Zuwandererjugendlichen und jungen Erwachsenen mangelt es an Möglichkeiten bzw. eigenem Engagement, sich am gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu beteiligen. Eigene Netzwerke, die die russischsprachige Welt stärken, begünstigen diesen Trend.
DIese Barrieren mangelnden Dialogs gleichsam "aufzubrechen" ist ein wichtiges Ziel des Projekts. Es zielt nicht zuletzt drauf ab, durch die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Netzwerken die "Sprachlosigkeit" zu überwinden, die zwischen der einheimischen und der Welt der Zuwanderer besteht. Paten und die von ihnen begleiteten Jugendlichen und junge Erwachsene werden zum Vorbild für neue Ansätze in der Integration. Das Modell verdient Nachahmung.
Peter Hilkes
Landeskoordinator
Bayerischer Jugendring
Herzog-Heinrich-Str. 7, D - 80336 München
Fon: 089 - 51458 71, 0160 - 3065061
E-Mail: hilkes.peter@bjr.de
Web: www.bjr.de
Olga Bonet
Regionalkoordinatorin Mittelfranken
c/o Bezirksjugendring Mittelfranken
Gleißbühlstraße 7, 4. OG, D -90402 Nürnberg
Fon: 0160 - 91896229
E-Mail: patenprojekt-mfr@web.de
Larisa Bronner
Regionalkoordinatorin Schwaben
c/o Bezirksjugendring Schwaben,
Holbeinstraße 12, D - 86150 Augsburg
Fon: 0821 - 517020, 0151-54013668
Fax: 0821 - 159120
E-Mail: patenprojekt-schwab@web.de
Alexandra Burger
Regionalkoordinatorin Oberpfalz und Niederbayern
c/o Kreisjugendring Regensburg
Bayerwaldstraße 8, D - 93073 Neutraubling
Fon: 09401 - 528992, 0160 - 92976016
Fax: 09401 - 528991
E-Mail: patenprojekt-opf@gmx.de oder patenprojekt-ndb@gmx.de
Veronika Kobert
Regionalkoordinatorin Oberbayern
c/o Bayerischer Jugendring
Herzog-Heinrich-Straße 7, D - 80336 München
Fon: 089- 51458 71, 0160-98153515
Fax: 089 - 51458 88
E-Mail: patenprojekt_obb@yahoo.de
Ute Küster
Regionalkoordinatorin Oberfranken
Schmellerweg 37, D - 95339 Neuenmarkt
Fon: 09227 - 902415, 0170-5946703
Fax: 09227 - 9405976
E-Mail: patenprojekt.oberfranken@online.de
Olga Knaub
Regionalkoordinatorin Unterfranken
c/o KJR Rhön-Grabfeld
Rederstr. 2, 97616 Bad Neustadt/Saale
Tel. 09771-97511, 0151-55366921 (mob.)
Fax: 09779-850273
E-Mail: patenprojekt_ufr@yahoo.de
Ein Projekt der djo - Deutsche Jugend in Europa und des Bayerischen Jugendrings
djo - Deutsche Jugend in Europa
